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(Aus „Rückblick auf die Geschichte des Turn- und Sportvereins Weißenburg i.B.“ von F. Kropf und Weißenburger Tagblatt vom 23./24. Juli, 30./31. Juli und 6./7. August 1960)

100 Jahre Ringen in Weißenburg-Chronik

Inhalt

- Die Anfänge der Weißenburger Sportgeschichte 

- Die Gründung des Stemm- und Ringclub „Attila“

- Das 1. südmittelfränkische Gaufest in Weißenburg 

- Weitere Vereinsgründungen

- Der Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914-1918 

- Die Zeit zwischen den Kriegen

- Das Kriegsende 1945 und die Gründung des TSV Weißenburg

- Die Kirchweihveranstaltung

- Der Aufstieg in die Bayernliga 1974

Anhang

- Brief an den sehr verehrlichen Stadtmagistrat
Weissenburg am Sand

- Mitgliederverzeichnis des Stemm- & Ringklubs Attilla
zu Weissenburg am Sand

- Statuten des Stemm- & Ring-Clubs Atilla
zu Weissenburg am Sand

Die Anfänge der Weißenburger Sportgeschichte 

Die Anfänge der Sportgeschichte der alten Reichstadt waren zunächst vom TV 1860 bestimmt, der am 9. Juni 1860 gegründet wurde. Hier hatten die Gedanken Turnvater Jahns schon so viele Anhänger gefunden, dass sie einen Verein gründeten, mit dem Ziel „allgemeiner Ausbildung des Körpers und sittlicher Förderung seiner Mitglieder mittels Übung und Gesang“. Gekrönt wurde die Arbeit des Vereins im ersten Jahr mit dem Turnfest am 16. September. Vereinsgäste kamen aus Augsburg, Nördlingen, Ansbach, Roth, Schwabach, Nürnberg, Fürth und Erlangen! Noch niemals waren von so weit her so viele Menschen auf einmal nach Weißenburg gekommen. Es wurde ein Fest der ganzen fahnengeschmückten Stadt. Ein Jahr später zählten die Turner bereits 65 Mitglieder und 140 Zöglinge bei damals nur rund 5000 Einwohner der Stadt. Und die turnerischen Bräuche waren ziemlich streng in jenen Zeiten: „Turnzwang“ bis zum 25. Lebensjahr, nach zwei Rügen und dem dritten unentschuldigten Fehlen, das ein eigens bestellter Kontrolleur in den Übungsstunden festzustellen hatte, wurde der Sünder einfach ausgeschlossen. In Turnordnung, §3, hieß es: „Ärztliches Zeugnis entbindet nicht vom Besuch der Turnstunden, sofern das betreffende Mitglied bei öffentlichen Gelegenheiten tanzt.“ 
Der Krieg 1870/71 brachte nur einen kurzen Stillstand. Im geeinten deutschen Reich begann dann die stetige Aufwärtsentwicklung der Deutschen Turnerschaft, in Weißenburg wie im ganzen Land. Ein guter Teil des gesellschaftlichen Lebens der Stadt wurde getragen von den Veranstaltungen der Turner. 1878 war die städtische Turnhalle vollendet und durch Oberbürgermeister Fleischmann eingeweiht worden. Besonders fortschrittlich zeigten sich die Weißenburger Turner gegenüber den Frauen. Schon in einem Protokoll aus dem Jahre 1861 war empfohlen worden, das Mädchenturnen zu unterstützen. Offiziell wurde es dann kurz vor der Jahrhundertwende in das Turnprogramm aufgenommen. Seit 1862 war dem Verein auch eine Fechterabteilung angeschlossen. 
Die Vorfahren des TSV standen dann dem TV 1860 bald zur Seite. 

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Die Gründung des Stemm- und Ringclub „Attila“ 

Im November des Jahres 1902 versammelten sich in der Gastwirtschaft zur „Weißen Taube“ ca. 15 junge Männer, um einen Verein der Schwerathleten zu gründen. Die Schwerathletik hatte noch keine Grundlage, denn dieser Sport war in Weißenburg noch nicht bekannt. 

 

Der Verein erhielt den Namen: „Stemm- und Ringclub „Attila“. Die Vereinsleitung bildeten die Sportkameraden Friedrich Mederer als Vorsitzenden, Karl Mirlein als Kassier und Fritz Schmidt als Schriftführer. Die Schwerathletik, vor allem das Ringen, das Kraft, Mut, Gewandtheit und Ausdauer erforderte, fand in Weißenburgs Mauern einen großen Anklang. Die Jugend wurde zu sportbegeisterten Liebhabern des griechisch-römischen Ringkampfes.

Das Ziel des Vereins war, die Volkskraft zu heben, Moral und Charakter zu festigen, denn geht die physische Kraft zugrunde, so werden selbst die höchsten geistigen Errungenschaften und die tiefsten wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht vor Niedergang und Tod bewahren. Darüber hinaus wurden die Kameradschaft und die Gesellschaft gepflegt. 

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Das 1. südmittelfränkische Gaufest in Weißenburg 

Der Stemm- und Ringclub „Attila“ war bei der Gründung des südmittelfränkischen Gaues der Schwerathletik maßgebend beteiligt. Im Jahre 1907 konnte das 1. südmittelfränkische Gaufest in Weißenburg abgehalten werden. 

Viele schöne Preise und manche wertvolle Medaillen konnten vom Verein erkämpft werden. Besonders rührig war der spätere Vorsitzende, Sportkamerad Friedrich Denk, der es sich nicht nehmen ließ und darauf bedacht war, dass sich der Verein ein Banner anschaffte. Im Jahr 1910 wurde auf dem „Nussbaum“ die Standarten-Weihe veranstaltet und der Verein erhielt den Namen: Athletik-Sport-Club „Attila“. Bei dieser Feier waren die meisten Vereine des ganzen Gaues anwesend.
Die lange Arbeitszeit, welche noch im 19. Jahrhundert üblich war, hemmte den Sport. Erst nach der Jahrhundertwende, als die Arbeitszeit auf 12, in manchen Wirtschaftszweigen auf 10 Stunden herabgesetzt wurde, konnte sich der Sport entfalten und konnten die Übungsstunden von den Mitgliedern besucht werden. Im Vereinsleben der Stadt Weißenburg errang der Athletik-Sport-Club „Attila“ großes Ansehen. Im Jahre 1913 wurden Verhandlungen geführt, die das Ziel hatten, eine Verschmelzung mit dem Arbeiter-Bildungsverein zu erreichen. Der Arbeiter-Bildungsverein, der im Jahr 1864 von Arbeitern und fortschrittlichen Bürgern gegründet wurde, hatte eine alte Überlieferung und eine große gesellschaftliche Bedeutung. Er war Mitglied des Bayerischen Arbeiter-Sänger-Bundes. 

Der Arbeiter-Bildungsverein besaß eine eigene Theatergruppe, Gesangabteilung und eine Umfangreiche Bibliothek. Da es zur damaligen Zeit noch kein Kino und Radio gab, hatten die zahlreichen Theater- und Rezitationsabende des Arbeiter-Bildungs-Vereins großen Zulauf. Aber auch die geistige Fortbildung der Mitglieder wurde durch Gabelsberger Stenografieunterricht, wofür sich Christ. Wenz als Lehrer zur Verfügung stellte, gefördert. Am 26. April 1913 fand unter Vorsitz von Friedrich Denk eine kombinierte Sitzung von Vertretern des Athletik-Clubs und des Arbeiter-Bildungs-Vereins statt. Friedrich Denk wies auf die Vorteile der Verschmelzung hin. 

Das Ziel sei ein großer leistungsfähiger Verein, in welchem Athletik-Sport, Turnen, Gesang und Theater gepflegt werden. Von beiden Vereinen wurde die Verschmelzung gebilligt. Der neue Verein erhielt den Namen: Sportverein „Eintracht“. Das Vereinslokal blieb im „Schwarzen Bären“ und das Übungslokal im „Michelsgarten“.

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Weitere Vereinsgründungen

Außer Turnern und Schwerathleten existierte seit Ausgang des 19. Jahrhunderts auch schon der Radfahrverein R.C. Germania. Die "Königlich Priveligierte Hauptschützengesellschaft 1496" hatte fast 400 Jahre im Schießgraben geschossen, ehe sie dann 1878 "auf den Nußbaum" umzogen und ebenfalls zu einem Kristallisationspunkt für die Weißenburger Bürgerschaft wurden. Sieben Schützenvereine gab es bis zum 2. Weltkrieg, wo sie sich im 3. Reich zur "Priveligierten Schützengesellschaft Weißenburg" vereinigen mußten. Nach dem 2. Weltkrieg trat dann die traditionsreiche Gesellschaft der Hauptschützen wieder mit altem Namen auf und auch die "Winterlust"-Schützen machten sich erneut selbstständig. Mit der fünften Weißenburger Vereinsgründung vor dem ersten Weltkrieg traten 1910 auch schon die Tennisspieler auf den Plan. Die 15 Mitglieder zogen vier Jahre später von ihrem Platz an der Südringstraße in die Holzgasse, wo sie noch heute spielen.

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Der Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914-1918 

Der Ausbruch des Weltkrieges 1914-1918 machte dem blühenden Vereinsleben ein Ende. Der Sportverein „Eintracht“ musste infolge des Weltkrieges die Vereinstätigkeit zeitweise einstellen. Die aktiven Sportler mussten schwere Blutopfer bringen und viele kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück. Nach Kriegsende lebten langsam die Übungsstunden wieder auf und der Sportverein „Eintracht“ wurde wirklich ein Verein der Eintracht; schlossen sich doch am 23. März 1919 der Arbeiter-Turnverein „Jahn“ und der Arbeiter-Gesangverein „Vorwärts“ und am 23.August 1919 die Fußballer dem Verein an. 

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Die Zeiten zwischen den Kriegen

Bald machten sich innerhalb des Vereins zwei Strömungen bemerkbar. Die Sängerabteilung gehörte dem Deutschen Arbeiter-Sängerbund an. Ein Teil der Mitglieder vertrat die Auffassung, dass sich der Gesamtverein mit seinen sämtlichen Abteilungen dem Deutschen Arbeiter- Turn und Sport-Club anschließen sollte. Der andere Teil vertrat die Auffassung, dass die Fußballer beim Süddeutschen Fußball-Verband und die Athleten beim Schwer-Athleten-Bund verbleiben sollen. Die politischen und gesellschaftlichen Gegensätze der damaligen Zeit warfen ihre Wogen auch in das sportliche Leben. In der stürmisch verlaufenden Generalversammlung am 4. Juni 1921 entschieden sich die Mitglieder in geheimer Abstimmung für den Anschluss an den Arbeiter- Turn und Sportbund, 40 Stimmen waren dagegen, 1 Stimmzettel war ungültig. Diese Generalversammlung dauerte bis in die späte Nacht und es wurde beschlossen, sie am 18. Juni 1921 fortzusetzen. In dieser wiederum stürmisch verlaufenden Versammlung entschieden sich 89 Mitglieder für den Anschluss an den Deutschen Arbeiter- Turn und Sportbund, 115 waren dagegen. Der Anschluss an den Deutschen Arbeiter- Turn und Sportbund war damit abgelehnt, aber zugleich die Spaltung des Vereins vollzogen, denn unterschiedliche Mitglieder gründeten nun im Lokal „Weiße Taube“ einen neuen Verein mit dem Namen „Freie Turn- und Sport-Vereinigung Weißenburg“, der sich dem Deutschen Arbeiter- Turn und Sportbund anschloss. 
Unter der tatkräftigen Vorstandschaft des 1. Vorsitzenden, Sportkameraden Karl Pauckner und des Schriftführers Fritz Berger, hatte der Verein in seinen Abteilungen Turnen, Akrobatik, Schwerathletik, Fußball, Fußball und Gesang beachtenswerte Erfolge. Dieser Verein bestand bis zur „Gleichschaltung“ im Jahre 1933 und hatte viele Wettkämpfe auf allen Gebieten im ganzen Bezirk mit großem Erfolg mitgemacht. In ihr fand auch der Weißenburger Kunstkraftsport, heute immer noch mit gutem Klang im ganzen Bundesgebiet, seine erste Blütezeit. Namen wie die der vier Brüder Denk, von denen Friedrich ja schon vor dem ersten Weltkrieg Vorstand der "Eintracht" war, oder Ludwig Kemmelmeier sen. (nordbayerischer Ringermeister im Leichtgewicht) und Ludwig Kemmelmeier jun. sind damit untrennbar verbunden.
Der Zersplitterung des Sportvereins „Eintracht“ und die Auswirkungen der Inflation trugen dazu bei, dass der Fußballsport beim Sportverein „Eintracht“ zum Erliegen kam. Der Sportverein „Eintracht“, welcher 23 Jahre von 1922 bis 1945 unter der Leitung des Sportkameraden Schneider geführt wurde, hatte für die sportliche Ertüchtigung der Jugend und die Pflege der Leibesübungen sich weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus einen Namen gemacht. Ludwig Kemmelmeier konnte mehrmals als Kreis- und Gaumeister und einmal sogar als Bayerischer Meister im Leichtgewicht hervorgehen. Der damalige Turngau war etwa halb so groß wie der heutige Bezirk Mittelfranken, aber die Ringer waren weit verbreitet. Bereits in Roth gab es den nächsten Ringerclub.

Die Ringerstaffel der SV Eintracht Weißenburg vom Frühjahr 1935:

Bantam Richard Ranzenberger 

Feder Georg Feistner 

Leicht Ludwig Kemmelmeier 

Welter Heiner Hummel 

Mittel Georg Lehmann 

Halbschwer Max Lehmann 

Schwer Fritz Winkelmeier 

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Das Kriegsende 1945 und die Gründung des TSV Weißenburg

Die Zeit nach 1933 brachte für das Vereinsleben und auch für den Sport manche Einschränkungen. Durch Einberufung zur Wehrmacht, RAD sowie durch die politischen Gliederungen, wurde die Jugend dem Vereinsleben entfremdet. Die Jugend wurde im 2. Weltkrieg abermals unter die Waffen gerufen. Der größte Teil der Sportler Weißenburgs ist im Krieg gefallen. Nach Kriegsende 1945 schien auch das Ende der Turn- und Sportbewegung gekommen zu sein. Aber schon nach kurzer Zeit trafen sich im privaten Kreise einige Sportanhänger. Die Besatzungsmacht hatte Versammlungen ohne ihre Genehmigungen verboten. Die Besatzungsmacht konnte sich dem wiederholten Vorsprechen der Sportler nicht verschließen, so dass bald wieder das Leder rollte. Aus der schweren Zeit der Vergangenheit wollte man lernen und entschloss sich einen Verein zu gründen, dem alle Sportler Weißenburgs angehören sollten. Im Oktober 1945 wurde im Wildbadsaal die Gründungsversammlung des Turn- und Sportvereins Weißenburg vorgenommen. Auch die Mitglieder des Turnvereins 1860 schlossen sich dem Verein an. Über vier Jahre war dieser Verein der einzige sporttreibende Verein in Weißenburg. 

Am 30. Januar 1950 gründeten die ehemaligen Mitglieder des Turnvereins 1860 wieder ihren eigenen Verein. Der Turn- und Sportverein Weißenburg hat auch nach dem 2. Weltkrieg eine stolze sportliche Tätigkeit aufzuweisen. Die Ringerstaffel des TSV hatte wieder den Anschluss an die Glanzzeit der früheren Jahre gefunden. Bereits 1948 wurde der TSV Weißenburg mit der Durchführung der nordbayerischen Jugend-Meisterschaften im Ringen und Gewichtheben beauftragt. 
Nach den Jahren des Wiederaufbaus der Ringerabteilung nach dem 2. Weltkrieg kam eine Zeit des geregelten Sportbetriebs, wenn auch noch unter erschwerten Bedingungen (unzureichende Trainingsbedingungen und schwierige Organisation des Wettkampfbetriebs). Wichtige Stützen des Vereins bildeten zu dieser Zeit u. a. Konrad Stampfer und Rudolf Köbler.

Die Ringerstaffel des TSV Weißenburg 1947/49:

Fliegen Hermann Rosa, Hans Endres 

Bantam Willi Köbler, Werner Güddler

Feder Hans Meier, Rudi Köbler, Georg Rauenbusch

Leicht Paul Mathieu, Hermann Kemmelmeier 

Welter Ludwig Kemmelmeier, Fritz Hölzel 

Mittel Willi Reuter, Heinz Würth

Halbschwer Karl Rachinger

Schwer Konrad Stampfer, Rudolf Rotter, Ernst Loy 

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Die Kirchweihveranstaltung

Die Verbandsrunden fanden bereits wieder seit einigen Jahren statt, da wurde 1965 die erste Kirchweihveranstaltung unter Federführung der Ringkampfabteilung des TSV Weißenburg ins Leben gerufen. Zu Gast waren die internationalen Ringkampfgrößen Wilfried Dietrich und Paul Neff, die die Weißenburger Staffel an dieser Veranstaltung verstärkten. Ein Jahr später wurde das ersten Mal an der Kirchweih das Steinheben durchgeführt und bildete ab diesem Zeitpunkt über Jahre hinweg einen festen Bestandteil des Weißenburger Volksfestes. Die bisher letzte Veranstaltung fällt auf das Jahr 1997. 

Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Freundschaftskämpfe mit der Inzinger Ringkampfkollegen reichen dabei bis in das Jahr 1969 zurück. Dieses Jahr treffen übrigens beide Vereine bereits das 19. Mal aufeinander.
1969 erfolgte der Abstieg in die Bezirksklasse, ein Jahr danach spalteten sich die Sportakrobaten von den Ringern ab und bildeten eine eigene Sparte. 

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Der Aufstieg in die Bayernliga 1974


Erneut in die Landesliga aufgestiegen, erreichte man 1973 gerade noch den vorletzten Platz in der Landesliga Nord. Trotz dieses vorletzten Platzes verurteilte man den TSV Weißenburg daraufhin am grünen Tisch zum Absteiger. Man ließ jedoch den Vertretern des TSV Weißenburg die Möglichkeit, sich um den freien Platz in der höheren Klasse, der Bayernliga, zu bewerben. Spartenleiter Rotter und Übungsleiter Dinkelmeyer entschlossen sich für die Bayernliga und so kam es, dass der Vorletzte von 1973 in der Verbandsrunde 1974 eine Klasse aufrückte und sich in dieser Klasse über Jahre hinweg halten konnte. Jahr um Jahr stabilisierten sich die Leistungen der Mannschaft so dass diese 1980 Meister der Bayernliga Nord wurde. Die Aufstiegskämpfe gegen Mietraching gingen dabei unglücklich und verletzungsbedingt verloren. 

Zehn Jahre später war dann die Ära Bayernliga vorerst beendet und man stieg 1990 freiwillig in die Fankenliga ab. Die Aktiven Herrmann und Thomas Pich beendeten berufs- und altersbedingt ihre Karriere. Zudem verließ Thomas Hitz den Verein und ging zum damaligen Zweitligisten SV Siegfried Hallbergmoos.
Ein Jahr später verstarb der langjährige Spartenleiter der Ringerabteilung Rudolf Rotter. Er war bis 1975 selbst Aktiver und führte die Sparte von 1962 bis 1992. Sein Nachfolger wurde Heinrich Wägemann, der bis zum heutigen Zeitpunkt die Geschicke der Ringerabteilung führt.
Der darauffolgende Aufstieg in die Gruppenliga wurde mit einer neuformierten extrem verjüngten Mannschaft 1992 erreicht. Bereits 3 Jahre danach (1995) auch Thomas Hitz war seit 1993 wieder zurückgekehrt stieg man verlustpunktfrei in die Bayerische Landesliga auf. 

Auf Grund des kontinuierlichen Einsatzes, erfolgte, trotz einer Niederlage und einem Unentschieden bei den Aufstiegskämpfen gegen Freising, der Aufstieg in die Bayernliga für die Verbandsrunde 1998. Die Mannschaft bestand dabei aus folgenden Aktiven: Tobias Köbler, Thomas Barthel, Oliver Wechsler, Manfred Lutz, Harald Rühl, Thomas Schießl, Alexander Pich, Markus Spiegel, Jörg Dinkelmeyer, Dieter und Stefan Hilpert, Thomas Hitz, Stefan Beege, Werner Gempel und Kemal Öztas. Trainer der Erfolgsmannschaft war Fritz Hitz, der die Mannschaft von 1975 bis 1999 betreute. Im Jahr des Aufstiegs erfolgte u. a. auch die Verschmelzung des TSV Weißenburg und des TV 1860 Weißenburg. Des weiteren wurde zur finanziellen Unterstützung der Ringerabteilung ein Förderverein gegründet. Anfänglich war das Abstiegsgespenst bei allen folgenden Einsätzen in der Bayernliga stets präsent. Auch wurde der Weggang von Dieter Hilpert für zwei Jahre zum SC 04 Nürnberg nur schwer kompensiert. Umso erstaunlicher ist, dass man in der Verbandsrunde 2001 einen hervorragenden 3. Tabellenplatz erreichte und kurzfristig einem Aufstiegsplatz sehr nahe war. Dies ist seit dem Wiederaufstieg in die Bayernliga die bisher beste Platzierung. Besonders hervorzuheben ist dabei die Leistung von Manfred Lutz, der seit 1974 also bereits seit über 25 Jahren das Trikot des TSV überstreift. 

Es bleibt zu hoffen, auf diesen Erfolgen weiter aufbauen zu können, um den Fortbestand der Ringerabteilung auch weiterhin gewährleisten zu können.

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Anhang

An den
sehr verehrlichen Stadtmagistrat
Weissenburg am Sand

Ein Exemplar der Statuten ausgehändigt erhalten zu haben bestätigt:
Weissenburg am Sand, 4. Dezember 1902
Friedrich Denk
Geschäftsregister Nr. 9092, Weißenburg, 1. Dezember 1902

I. Eintrag ins Verzeichnis der nichtpolitischen Vereine.
II. Ein Exemplar anliegender Statuten ist an den Vorstand des
nebenbezeichneten Clubs gegen Empfangsbestätigung
zurückzugeben.
III. Anlage eines besonderen Aktes.
IV. Zum Akt

Stadtmagistrat

Die unterzeichnete Vorstandschaft beehrt sich hiemit unter Vorlage der Vereinsstatuten in duplo und des Mitgliederverzeichnisses ergebenst anzuzeigen, daß unterm 1.November 1902 sich hier ein
Stemm- und Ring-Club
Atilla
gebildet hat.
Unser Clublokal ist die „Weiße Taube" hier.

Die Vorstandschaft: I. Vorstand Friedrich Denk

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Mitgliederverzeichnis des Stemm- & Ringklubs Attilla
zu Weissenburg am Sand

Gegründet: 1. November 1902

1. Rösel Georg, Schlossergehilfe,
2. Rösel Johann, Schlossergehilfe,
3. Denk Wilhelm, Kammmacher,
4. Fiedler Wilhelm, Schweinehaendler,
5. Hüttinger Carl, Schreinergehilfe,
6. Mederer Friedrich, Posamentier
7. Mierlein Heinrich, Schlossergehilfe,
8. Mierlein Carl, Schriftsetzer,
9. Neudecker Ludwig, Mechaniker,
10. Oster Friedrich, Drahtzieher,
11. Roth Georg, Buchbinder,
12. Rührer Karl, Zimmermann,
13. Pauckner Karl, Schlossergehilfe,
14. Schmidt, Fritz, Anwaltsschreiber,
15. Schneider Wilhelm, Conditor.

Der derzeitige 1. Vorstand ist: Friedrich Denk.
Friedrich Mederer, Posamentier hier, 
der 1. Cassier: Mierlein Karl
Karl Mierlein, Schriftsetzer hier,
Der 1. Schriftführer: Denk Wilhelm
Wilhelm Denk, Kammmacher,hier,

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Statuten des Stemm- & Ring-Clubs Atilla
zu Weissenburg am Sand


I.
Zweck des Clubs ist die koerperliche Ausbildung sowie die gesellige Unterhaltung zu pflegen.

II.
Der Club besteht aus aktiven und passiven Mitgliedern, welche das 17. Lebensjahr erreicht haben, ferner aus Ehrenmitgliedern.

III.
Als Mitglied kann jeder unbescholtene Mann aufgenommen werden, derselbe hat sich an einigen Clubabenden persoenlich einzufinden. Vorschlagzeit dauert zwei Wochen. Besteht bis dorthin kein Hinderungsgrund, so findet die Aufnahme durch Ballotag statt. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Vorstand.

IV.
Verpflichtet ist jedes Mitglied eine Gebühr von 1 Mark, sowie bei Empfangsnahme der Aufnahmskarte und des Vereinszeichens eine solche von 1.50 Mark zu entrichten. Der monatliche Beitrag betraegt 40 Pfennige.

V.
Alle Wochen finden 2 Clubabende statt, wozu jedes Mitglied pünktlich und zuverlässig zu erscheinen hat. Sollte jedoch ein Mitglied verhindert sein, so hat sich dasselbe schriftlich oder
mündlich zu entschuldigen. Clubabende sind Dienstag und Samstag, wozu die Uebungen auf Punkt 8 Uhr festgesetzt sind.

VI.
Die Aufnahme in den Stemm- und Ringklub Atilla wird als Ehrensache betrachtet und wird deshalb ein allenfallsiger Austritt in ehrsamer Weise beim I. Vorstand erfolgen. Demselben muß der Grund wahrheitsgemaeß mitgeteilt werden. Sollte um spaetere Wiederaufnahme nachgesucht werden, so hat sich das betreffende Mitglied den Regeln wie bei der ersten Aufnahme zu unterwerfen. Das austretende Mitglied ist verpflichtet den letzten Monatsbeitrag zu entrichten.

VII.
Alljaehrlich findet im Monat Juni eine Generalversammlung statt, an welcher saemmtliche Mitglieder teilnehmen sollen. Die Bekanntmachung einer solchen erfolgt durch den Vorstand. Nichtanwesende haben sich den Beschlüssen der Versammlung zu fügen.

VIII.
Der Vorstand hat den Club nach außen zu vertreten und hat die Aufrechterhaltung der Ordnung zu übernehmen, er führt bei allen Verhandlungen den Vorsitz und alle Mitglieder sind an seine Anordnungen gebunden.

IX.
Für etwaige Unfaelle im Stemmen, Ringen, Steinstoßen u.s.w. erklaert sich der Club für nicht haftbar.X.
Jedes Jahr findet ein Stiftungsfest, wenn moeglich ein Preis-Stemmen und Ringen statt, wobei jedes mitarbeitende Mitglied einen Ersatz von 1 Mark zu entrichtenaht.

XI.
Der Klub kann nicht aufgelöst werden, so lange noch mindestens fünf Mitglieder vorhanden sind. Bei Aufloesung bleibt das gesammte Vermoegen und Inventar Eigentum der letzten fünf Mitglieder.


Kraft Heil

Weissenburg am Sand den ersten November 1902

Die Vorstandschaft:
Friedrich Denk

Kassier: Mierlein

Schriftführer: Denk Wilhelm nach oben